Der FC Augsburg hat sich in der vergangenen Saison als Effizienzmeister der Fußball-Bundesliga erwiesen. Das geht aus der jährlichen F.A.S.-Effizienztabelle hervor, die auf einer Idee des Marburger Wirtschaftshistorikers Christian Kleinschmidt basiert und von der Bundesliga veröffentlicht wird. Die Analyse der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zeigt, dass der FCA mit rund 3 Millionen Euro pro erzielten Punkt die beste Kosten-Nutzen-Relation aller Erstligisten erreichte. Bei Gesamtkosten von etwa 125 Millionen Euro für Personal, Abschreibungen und Betrieb holte die Mannschaft 43 Punkte und belegte am Ende den neunten Tabellenplatz.

Diese Bilanz ist umso bemerkenswerter, als der Klub in der sogenannten Geldrangliste der Liga lediglich auf Rang 15 lag. Der FC Augsburg agierte damit deutlich effizienter als finanzstarke Konkurrenten. Eintracht Frankfurt gab fast das Dreifache pro Punkt aus, während VfL Wolfsburg und Rekordmeister Bayern München noch höhere Beträge pro Zähler verbuchten. Bayern sicherte sich zwar das Double, doch der Aufwand war immens. Die Münchner hatten in beiden letzten Spielzeiten die höchste Ausgabenquote pro Punkt.

Wie schneiden andere Klubs ab?

Die Effizienztabelle offenbart große Unterschiede innerhalb der Liga. Während Augsburg glänzt, musste der Hamburger SV nach einer starken Verschlechterung seines Euro-Punkte-Verhältnisses den Abstieg hinnehmen. Auch Mainz 05, SC Freiburg und der FC St. Pauli verzeichneten eine deutliche Verschlechterung ihrer Kennziffer. Positive Entwicklungen gab es dagegen bei RB Leipzig und der TSG Hoffenheim, die ihre finanzielle Effizienz im Vergleich zur Vorvorsaison steigern konnten. In der 2. Bundesliga ragten die SV Elversberg und der SC Paderborn heraus, die jeweils weniger als eine Million Euro pro Punkt aufwendeten. Der FC Schalke 04 operierte dagegen mit Ausgaben auf Erstliga-Niveau.

Was bedeutet Effizienz für den sportlichen Erfolg?

Die Zahlen belegen, dass ein großes Budget nicht automatisch zu sportlichem Erfolg führt. Der VfL Wolfsburg etwa stieg mit einem Etat von rund 250 Millionen Euro ab. Eintracht Frankfurt verpasste trotz hoher Investitionen die europäischen Plätze. Der FC Augsburg beweist mit seiner strategischen Ausrichtung das Gegenteil. Unterstützt wird der Klub dabei auch von Global Football Holdings, einer amerikanischen Firma, die 45 Prozent des Lizenzspielerbereichs hält und auch Anteile an Vereinen in Dänemark, Belgien und Portugal besitzt.

Wie startet Augsburg in die neue Saison?

Die aktuelle Saison begann für den FCA vielversprechend. Nach dem ersten Spieltag steht der Verein mit drei Punkten auf dem dritten Tabellenrang. Das Team von Trainer Manuel Baum, der nach einem schlechten Saisonstart übernahm, gewann sein Auftaktspiel und weist eine positive Torbilanz von 3:0 auf. Allerdings fehlen der Mannschaft aktuell die verletzten Spieler Anton Kade und Calvin Brackelmann. Die nächste Herausforderung wartet bereits am 6. September mit einem Auswärtsspiel beim aktuell neunten der Tabelle, Eintracht Frankfurt. Den kompletten Spielplan finden Sie auf unserer fixtures Seite.

Die aktuelle Tabellensituation ist jederzeit in den standings einsehbar. Für Informationen zum verletzungsbedingten Personalengpass lohnt ein Blick auf die injuries Übersicht. Der FC Augsburg, einst mit der historisch vermögenden Fugger-Familie verbunden, schreibt heute mit cleverem Wirtschaften seine eigene Erfolgsgeschichte.