Was geschah?
FC Augsburg präsentierte am Donnerstag die Fotoausstellung „Wer weiß, wie man ‚behind the scenes‘ auf Deutsch sagt?“ des Mittelfeldspielers Han‑Noah Massengo. Der 25‑jährige Franzose zeigte über 600 unverfälschte Aufnahmen aus Training, Busfahrten, Umkleidekabinen und sogar der Toilette. Die Eröffnung in der Augsburger Galerie Ecke am Elias‑Holl‑Platz zog Teamkollegen wie Chrislain Matsima und Yannick Keitel sowie Kunstkritiker an.
Wie kam die Idee?
Massengo unterschrieb Mitte Juli 2025 seinen Fünf‑Jahres‑Vertrag und zog sofort seine kleine Analogkamera aus der Jackentasche. Geschäftsführer Michael Ströll erinnerte sich: „Wir dachten, was ist jetzt los – das war total abstrus.“ Die Leidenschaft für analoge Fotografie entwickelte sich bereits bei Bristol City (2019‑2023) und blieb ein ständiger Begleiter, selbst während der Saison bei Augsburg. Die Filme ließ er in Paris entwickeln, um den Prozess zu bewahren.
Warum ist das für Augsburg wichtig?
Ströll betont, dass Massengos unkonventioneller Blick das Team sensibilisiert. „Er stellt Fragen, die andere Spieler kaum stellen“, erklärte er. Die authentischen Bilder – vom klebrigen Kabinenboden bis zum duschenden Anton Kade – zeigen das Clubleben ohne Zensur. Der Verein unterstützte das Projekt von Anfang an und vertraute dem Spieler die Auswahl von nur fünf Prozent der Aufnahmen an.
Was bedeutet das für die aktuelle Saison?
Während die Ausstellung läuft, kämpft Augsburg um die Tabellenmitte: Der Klub steht aktuell 9. Platz in der Bundesliga mit 43 Punkten, aus 12 Siegen, 7 Unentschieden und 15 Niederlagen, und hat in den letzten fünf Spielen die Form L‑W‑W‑D‑W. Mit 45 Toren im Sturm und 61 Gegentoren liegt die Tordifferenz bei minus 16, 46 Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München. Massengos kreativer Ansatz könnte das Team mental stärken, wenn die Saison in die entscheidende Phase geht.
Was erwartet die Besucher?
Die Ausstellung bietet mehr als Schnappschüsse. Ein Bild zeigt den Boden der Umkleidekabine, übersät mit Klebeband‑Resten und leeren Energydrinks – ein Detail, das sonst im Rampenlicht fehlt. Besucher können auch die Kamerahandhabung nachvollziehen: Massengo fotografierte überall, ohne voyeuristisch zu wirken, und ließ die Bilder von einem Freund in Paris entwickeln. Das Ergebnis ist ein seltenes Stück Authentizität im hochglanzpolierten Profifußball.
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